Datteln aus Spanien – Zuckersüße Früchtchen aus dem Palmenhain von Elche

Wussten Sie, dass im Südosten Spaniens der größte Palmenhain Europas wächst – mit mehr als 200.000 Palmen? Der 500 Hektar große Palmeral de Elche wurde im Jahr 2000 sogar zum UNESCO-Welterbe ernannt. Genießer wird’s freuen, denn die meisten Bäume hier sind Dattelpalmen mit köstlichen Früchten.

Von Alicante und seinen Stränden ist es nicht weit bis in das Städtchen Elche – mit der berühmten Iberer-Büste Dama de Elche und schön erhaltenen arabischen Bädern. Als Sahara- und Oasenfan zieht es mich hier immer wieder in den wunderschönen Palmenhain: Im Palmeral de Elche (valencianisch Palmerar d’Elx) herrscht bis heute die Stimmung eines arabischen Gartens – inklusive plätschernde Brunnen und stille Bänkchen.

Zunächst hatte ich beim Palmenhain ja auf ein Erbe der Araber getippt, die ab dem 8. Jh. über das heutige Spanien herrschten. Aber weit gefehlt: Schon im 5. Jh. vor Christus sollen die Kathager im Süden der Iberischen Halbinsel Palmen gepflanzt haben. Die Mauren gaben dem Hain von Elche dann im 10. Jh. seine heutige Form. Sie legten auch die ausgeklügelten Bewässerungssysteme an, die nach wie vor zu bewundern sind – Grundstein für die reiche Gartenkultur im Südosten Spaniens.

Im 13./14. Jahrhundert sollen in Elche fast eine Million Palmen ihre Wedel in den Himmel gereckt haben. Aus dieser Epoche stehen heute allerdings keine Bäume mehr. Die ältesten sind wohl so um die 300 Jahre alt, die höchsten bis zu 40 Meter hoch.

Süße Versuchung aus dem Garten des Priesters

Der schönste Teil des riesigen Palmenhains ist der Huerto del Cura (valencianisch Hort del Cura), der Priestergarten. In diesem gepflegten botanischen Garten stehen nicht nur um die 1000 Dattelpalmen, sondern auch viele andere mediterrane Pflanzen wie Orangen-, Zitronen-, Feigen- und Granatapfelbäume.

Dattelpalme in Huerto del Cura (Foto: Shutterstock, 146745041)

Das Schöne für Genießer: Die Palmen von Elche sind nicht nur eine Augenweide. Mit ihren Früchten, die in dichten orangefarbenen bis bräunlichen Büscheln in den Baumkronen hängen, erfreuen sie auch den Gaumen. Geerntet werden die Datteln zwischen Oktober und Januar – jedes Jahr etwa 2000 Tonnen. Dann kann man die kleinen zuckersüßen Früchtchen frisch einkaufen und gleich vernaschen. Und dies hat nicht nur einen kulinarischen, sondern auch einen ökologischen Nutzen: Durch Hege und Pflege, durch gezielten Tourismus und durch den Verkauf der Datteln soll auf lange Sicht das Erbe des Palmenhains von Elche erhalten bleiben.

Mehr als nur süße Nascherei

Genial ist natürlich, dass sich Datteln ganz wunderbar trocknen lassen. Man kann sie also das ganze Jahr über genießen. Und sie sind natürlich ein schmackhaftes Souvenir aus der Provinz Alicante – frisch, getrocknet oder auch als köstlich-süßer Dattellikör.

Datteln schmecken pur, zu Käse und Nüssen oder als Zutat in süßem Gebäck. Lecker sind auch Fleischgerichte mit den Palmenfrüchten. Probieren Sie doch mal Schweineschnitzel mit einer Sauce aus Datteln, Serrano-Schinken und Sahne. Oder Sie füllen ihr Brathähnchen zur Abwechslung mit einer Mischung aus Äpfeln, Birnen, Datteln und Mandeln.

Ach, und noch eine nette Kleinigkeit zum Schluss: Die eindrucksvolle Kaiserpalme (Palmera Imperial) in Elche mit stolzen acht Stämmen verdankt ihren Namen tatsächlich Kaiserin Sisi von Österreich-Ungarn. Die reiste nämlich 1894 nach Südspanien und war von besagter Palme so sehr beeindruckt, dass der damalige Besitzer des Gartens – der Kaplan Castaño – den Baum nach der berühmten Besucherin benannte.

Spanische Datteln sind uns Deutschen übrigens vor allem bekannt als süße Zutat des Tapas-Klassikers „Datteln im Speckmantel“ (spanisch: dátiles con bacon).

Tapas – Knusprig braun gebratene Datteln im Speckmantel (Foto: Shutterstock, 08841953)

Und in der Tat wird ein nicht unwesentlicher Teil der jährlichen Dattelernte für dieses süß-herzhafte Zusammenspiel in spanischen Tapas-Bars verwendet. Kleiner Tipp von Jamon.de: Achten Sie beim Kauf der Datteln im Speckmantel auf die Qualität beider Zutaten: Die Datteln müssen druckfest, aber reif und süß schmecken. Und der um die Datteln gewickelte Speck (span. bacon) sollte hauchdünn geschnitten und schön durchwachsen sein. Die Datteln sind so bereits nach wenigen Sekunden in der heißen Pfanne goldbraun gebraten.

Bei Jamon.de Feine Kost aus Spanien vertrauen wir seit Anbeginn auf die feine Ware von Casa Noguera, dem königlichen Hoflieferanten:

Tapas leichtgemacht – Datteln im Speckmantel von Jamon.de (Foto: Jamon.de)

 

  • Veröffentlicht in: Marion Trutter, Spanische Spezialitäten